Re: Tim Walz

“Thank you for bringing back the JOY”, so sagt es der Running Mate von Kamala Harris immer wieder auf dem Campaign-Trails der Demokraten. Mit Unbeschwertheit und Selbstbewusstsein, mit Zuversicht und einem gesunden Gestaltungsanspruch.

Ein Blick auf die deutschen politischen Debatten, insbesondere beim Thema Klimaschutz / Nachhaltigkeit, allerdings zeigt: wir sollten uns von diesem “Walzschen” Impuls eine gute Portion abschneiden.

Die Wahrnehmung der Klimakrise alle kollektive Herkulesaufgabe hat sich u.a. seit Greta Thunbergs “How dare you?” in den Köpfen der breiten Masse verankert – ein Satz, der 2019 zurecht die Frage stellte, ob die Weltgemeinschaft weiterhin völlig verantwortungs- und tatenlos in eine irreversible Katastrophe zu schlittern gedenkt.

Fünf Jahre später aber ist die Welt eine andere: die Regulatorik schärft auf allen Kontinenten nach und essenzielle Technologiebausteine zur Dekarbonisierung werden zunehmend (marktseitig) wettbewerbsfähiger. Wenn wir die Erderwärmung jetzt nicht mehr auf <2 Grad begrenzen, dann nicht weil wir es nicht könnten – sondern weil wir es nicht wollen. Insofern stellt sich die Zukunft vor allem also ein Ort dar, der auf unser (gemeinsames) Engagement wartet.
 

Anhaltend düstere Stimmung und Perfektionsdrang aber sind der Sache vermutlich mehr hinderlich als dienlich. Niemand würde sagen, dass es einfach und spaßig wird  – aber wenn der Weg das Ziel ist, sollte die Reise zumindest aufregend sein, Mut machen und kollektiven Tatendrang induzieren.

Und in diesem Kontext könnte “Let’s Walz” auch ein Impuls sein, der im positiven Sinne Lust auf nachhaltige Transformation macht. Eine Herangehensweise, die an morgen denkt, aber nicht jeden Tag an übermorgen. Eine Denkmuster, das auch kleine Schritte und unkonventionelle Zusammenarbeit gebührend würdigt. Eine Einstellung, die menschliche Bedürfnisse nach emotionalem Resonanz ernst nimmt und zu antizipieren versucht.  Und eine Idee, die ganz grundsätzlich immer Gemeinsamkeiten über Trennendes priorisiert.

“There is nothing beyond our capacity, if we do it together.”, so hat es Joe Biden oft betont. So wahr dieser Satz des scheidenden US-Präsidenten ist, so zwingend bedingt er auch einen gesunden Optimismus in der Attitüde. Tim Walz verkörpert genau das in sehr authentischer Art und Weise – überfällig, dass wir auch in Deutschland dieses Momentum nicht verstreichen lassen. Deutschland kann Energiewende, Nachhaltigkeit und Transformation – wenn wir wollen. Bleiben wir also dran, geben unser Bestes und lassen nicht zu, dass die aus gutem Grund vorhandene Zuversicht von Dauerpessimisten und Resignierten kaputt geredet wird. 

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