Stay conscious. Stay curious. #1

Der Wochenrückblick mit 7 Sachen (Charlie Kirk, Technologiesstrategien, Federal Reserve, chinesische Klimaziele, Ukraine-Krieg, NIUS und Berlin Marathon).

1. Das Attentat auch Charlie Kirk hallt nach – zumindest für politisch Interessierte, die sich mit der Frage beschäftigen, was sich daraus grundsätzlich / für Europa ableiten lässt. Lanz & Precht haben dazu eine spannende Podcast-Folge produziert. Fokus unter anderem: wie kann eine bessere Debattenkultur aussehen? Und: warum sind junge Männer die gefährlichste Tierart der Welt? Hörenswert und hier zu finden. 

2. Regelt der Markt oder regelt er nicht, in Zeiten geopolitischen Tauziehens? Der US-amerikanische Blogger Noah Smith hat einen klugen Artikel geschrieben, der gekonnt für eine zukunftsgewandte, politische Industriestrategie plädiert – und dabei vor allem die folgenden vier strategischen Technologiefelder in den Blick nimmt: elektrische Motoren, Batterien, Leistungselektronik und Halbleiter. Worauf es im Zeitalter der Drohnen darüber hinaus ankommt, kann man hier nachlesen  

3. Donald Trump will die “Federal Reserve” in seinem Sinn umbauen – was auf den ersten Blick nur nach Einflussnahme auf Zinssätze aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als deutlich schlagkräftigeres Instrument – das den Weg in die Kleptokratie zusätzlich befeuern könnte. Bei “The Atlantic” ist dazu ein aufschlussreicher Artikel erschienen. 

4. Ian Bremmer hat jüngst geschrieben: “One of the biggest geopolitical problems with president trump’s un speech is completely ceding the ground on post-carbon energy to the chinese.” – nur ein paar Tage folgt der Beweis dafür: China kündigt an, die Emissionen des Landes bis 2035 um 7-10% reduzieren zu wollen (vom Höchststand, der vermutlich in 2025/2026 liegt). Für die weltweite Technologieentwicklung rund um Wind, Solar, Batterietechnologien und Elektroautos sind das ermutigende Nachrichten – und umso mehr ein Weckruf für Europa, den Weg des EU Green Deal konsequent weiterzugehen. Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer) macht vor wie es geht: er spricht sich für ein Festhalten an den Klimazielen 2040 aus. 

5. Die Historikerin Anne Applebaum hat jüngst einen über “Ukraine’s Plan to Starve the Russian War Machine” geschrieben und dabei zwei interessante Sätze platziert. Einerseits: “Russian overall oil exports are now at their lowest point since the start of the war, and the Russians are running out of oil at home.” Und andererseits: “”The most effective sanctions – the ones that work the fastest – are the fires at Russia’s oil refineries, its terminals, oil depots”.” 3,5 Jahre nach dem russischen Angriffskrieg scheint die Auseinandersetzung in eine neue Phase überzugehen – in eine, die die Ukraine zunehmend aus eigener Stärke (aka Rüstungsindustrie) heraus führen kann. Und sollte: je höher der Preis für Russland zur Fortsetzung des Krieges, desto eher scheint ein Ende absehbar. It’s the economics, stupid. (P.S.: gut möglich, dass die vereinzelten Drohnenangriffe in/auf Europa davon eher ablenken und zusätzlichen Angst und Schrecken verbreiten sollen.)

6. Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland (Trump-Anhänger und Freund von Jens Spahn) Richard Grenell schreibt unverblümt auf X: “The European media has failed the people for decades with their constant Left wing propaganda. […] The German media is taxpayer funded radicals who hate Germany. Follow Julian (Reichelt) to hear the truth.” Der einzige Schluss der nach so einer abstrusen Aussage naheliegt ist folgender: “NIUS (rechtspopulistisches Nachrichtenmagazin, mit Julian Reichelt als Chefredakteur), ist damit der verlängerte mediale Arm der Trump Regierung in Deutschland. Braucht kein Mensch.


7. Und zum Schluss noch in persönlicher Sache: ich bin am Wochenende (relativ spontan) den Berlin Marathon mitgelaufen. Die Vorbereitung war mies, das Wetter war viel zu heiß – aber well, I made it. Viel wichtiger aber noch – wenn man sich vor Augen führt, wie viele Helfer und Fans an den Straßenrändern zu den Helden des Alltags geworden sind und wie viele Menschen aus verschiedensten Ecken dieser Welt gemeinsam so eine Tortur gemeistert haben, dann steht (einmal mehr) außer Frage: es gibt genügend tolle Menschen, man muss sie nur suchen.

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