“For there is always light, if only we’re brave enough to see it, if only we’re brave enough to be it.” – so hat es Amanda Gorman bei der Inauguration von US-Präsident Joe Biden formuliert.
Wie perfekt er aber auch in diese Tage passt, wo Kamala Harris wie Phoenix aus der Asche gestiegen ist und das Rennen um die US-Präsidentschaft wieder spannend macht: zuversichtlich, selbstbewusst und klar im Auftreten.
Sie verkörpert damit etwas, wovon auch wir in Deutschland wieder mehr gebrauchen könnten: Lust auf Morgen! Drei Beispiele zeigen das ganz wunderbar – ganz unabhängig davon, wie die Wahl zum Schluss ausgeht.
1. Der politische Track-Record der Biden-Administration ist beachtlich, nur war auch richtig, was der Blogger Noah Smith geschrieben hat: “Biden was great at fixing things, but not as great at telling the country how he fixed them.” Das dürfte Kamala Harris besser gelingen, ihr gesamter Auftritt ist nicht (nur) gegen Trump, sondern auf eine positive Zukunftsvision ausgerichtet: “We choose freedom”, so heißt ihr erstes offizielles Campaign Video.
2. Mit ihren familiären Wurzeln (Vater aus Jamaika, Mutter aus Indien) hat Kamala Harris vermutlich einen anderen Background als die meisten ihrer US-Mitbürger:innen. Und dennoch steht sie jetzt vor der historischen Chance, als erste Frau “Commander-in-Chief” zu werden. Dieser Aufstieg ist mehr als beachtlich und bleibt zeitlos in seinem Vorgehen. Hart an sich arbeiten, sich nicht unterkriegen lassen und dem Rat ihrer Mutter folgend: “You may be the first to do many things, but make sure you’re not the last.”
3. Das Doomsday-Potential ggü. rechten und undemokratischen politischen Kräften ist auch hierzulande beträchtlich, der initialen nicht-Beachtung ist mitunter Resignation gewichen. Aber erst das Gefühl anhaltender Ohnmacht wird zum Steigbügelhalter für Akteure, die mit Chaos, Angst und Hass versuchen Politik zu machen. Der Großteil unserer Mitmenschen ist “im Grunde gut”, wie das gleichnamige Buch von Rutger Bregman eindrucksvoll gezeigt hat. Darauf können und sollten wir bauen, ganz nach Kamal Harris: “We are not going back. If we fight, we win.”
Oder anders ausgedrückt, und das gilt auch für uns in Europa / Deutschland: Zukunft wird aus Mut gemacht – let’s go!